Thomas Lückerath

Geschäftsführer DWDL.de GmbH

Das Glück heute in einer Gesellschaft zu leben, die zu unser aller Vorteil vielfältiger ist als je zuvor, spiegelt sich leider noch nicht überall. Fehlende Sichtbarkeit von Vielfalt, etwa in den Medien, diskriminiert. Meist nicht einmal mutwillig. Wer sich als Mensch jedoch wiederfindet im öffentlichen Diskurs, auf den Bildschirmen und in den Unternehmen, wird ermutigt.

"Be who you needed when you were younger" Das bedeutet für mich persönlich, dass die nächste LGBTIQ-Generation mehr Selbstverständlichkeit erlebt. Errungenschaften müssen verteidigt werden und das geht nicht schöner als sie zu leben. Es geht um Sichtbarkeit und Gleichberechtigung heute und die Sicherung von Vielfalt morgen durch ein stärkeres Bewusstein in den Personalabteilungen von Medienhäusern.

Aus einer Idee, die aus einem langen Gespräch mit Nico Hofmann entstand, ist eine Bewegung in der Branche geworden, die jetzt gemeinsam den ersten Diversity Gipfel in Köln stemmt. Ich danke allen Partnerinnen und Partnern von Herzen. Es ist jetzt einmal der erste Schritt eines langen Weges, bei dem ich mich über alle freue, die ihn mitgehen wollen. Für mehr Diversity und ihre Sichtbarkeit.

Petra Müller

Geschäftsführerin Film- und Medienstiftung NRW

Die großen Denker der Frankfurter Schule und ihre Nachfahren wussten es schon Mitte des vorigen Jahrhunderts: Audiovisuelle Medien, und ganz besonders Film und Fernsehen, sind zentrale Bestandteile der Bewusstseinsindustrie, „Schrittmacher der sozio-ökonomischen Entwicklung spätindustrieller Gesellschaften,“ so heißt es wörtlich.

Das klingt nach dem Politjargon der Seventies, aber nichtsdestotrotz irgendwie richtig, und das umso mehr, seit neben dem Fernsehen Videospiele, YouTube und Netflix den Medienkonsum bestimmen, Facebook und Twitter die zentralen Kommunikationsplattformen sind. Hier werden die Bilder unserer Welt geschaffen, aber auch Illusionen und Verzerrungen, hier stehen seit Neuestem sicher geglaubte Werte, unsere Begriffe von Wahrheit, Wirklichkeit und Toleranz unter Beschuss, hier gerät individuelle, soziale und kulturelle Diversität in Gefahr ausgeblendet zu werden.

In diesem historischen Augenblick wollen Medien und Medienschaffende Verantwortung übernehmen und Bewusstsein schaffen für die Vielfalt und die Bilder im Kopf. Die Film- und Medienstiftung NRW dankt den Macher*innen für die Initiative des "Diversity Gipfels". Eine Frage der Ehre, dabei zu sein!

Christiane Ruff

Geschäftsführerin ITV Studios Germany

ITV Studios Germany steht für Vielfalt, unabhängig von Kultur, Alter, Behinderung, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Religion. Das spiegelt sich auf dem Bildschirm in unseren Programmen und hinter den Bildschirmen in unserem Team wider. Wir unterstützen den Diversity Gipfel, weil wir davon überzeugt sind, dass Vielfalt zu größerer Kreativität und höherer Kompetenz führt, deshalb setzen wir uns dafür ein, dass unser Team die Vielfalt der modernen Gesellschaft widerspiegelt.

Wir freuen uns über den Austausch zu all diesen Themen im Rahmen dieses Gipfels zusammen mit allen Teilnehmern, um hier geschlossen als Branche zu informieren und auch zu hinterfragen. Denn nur so können wir das Bewusstsein für Veränderung gemeinsam stärken. Diversität bringt neue Perspektiven, schafft bessere Geschichten und macht ITV Studios erfolgreich.

Wir wollen, dass ITV Studios alle Aspekte der modernen Gesellschaft sowohl in unseren Programmen als auch in unserem Team repräsentiert. Bei der Integration geht es darum, gemeinsam eine Umgebung zu schaffen, in der jeder sich entfalten kann, in der es keine Barrieren gibt und in der jeder dafür geschätzt wird, sein authentisches, wahres und bestes Selbst zu sein.

Nico Hofmann

Geschäftsführer UFA GmbH

Unsere Gesellschaften sind vielfältiger und globaler geworden - und so auch das Filmemachen. Anspruch an unser gesamtes kreatives Schaffen bedeutet immer, gesellschaftliche Entwicklungen aufzunehmen und relevant Themen zu setzen. Diversity in ihrer ganzen Vielfalt neu zu ergründen – das gilt bei der UFA als oberstes Gebot für unser Team und unsere Formate gleichermaßen. Als eines der ersten Produktionsunternehmen hat die UFA die MaLisa-Studie unter der Schirmherrschaft von Maria Furtwängler unterstützt und sich sehr früh mit den Themen Gendergerechtigkeit oder LGBTIQ* auseinandergesetzt.

Wir haben hier klare Haltung bewiesen. Die Vielfalt unserer kreativen Teams ist dabei essentiell und inspiriert uns in unserem täglichen Geschäft. Nur wenn Diversität hinter der Kamera zum Selbstverständlichen gehört, kann sie auch vor der Kamera entstehen.

Die UFA steht am Anfang einer langen Reise: Diversität hat zahlreiche Dimensionen, und daher freue ich mich, dass wir beim Diversity Gipfel die Themen in ihrer ganzen Vielfalt vertiefen und vorantreiben. Gemeinsam mit Thomas Lückerath, dwdl, entstand die Idee zum Diversity Gipfel in Köln, und ich bin stolz darauf, wie viele Partner wir gewinnen konnten. Diese gemeinsame Schlagkraft der Branche ist beeindruckend. Was uns verbindet ist der Dialog, um für mehr Transparenz und Offenheit zu sorgen.

Stefan Oelze

Geschäftsführer Seapoint Productions

Mein berufliches Leben mit dem Fernsehen fing vor gut 30 Jahren an. Seitdem hat sich viel verändert, was das Thema Vielfalt im Fernsehen, aber auch in der Arbeitswelt anbetrifft. Und vielleicht konnten und können wir Fernsehmacher*innen mit Programmen wie „Let’s Dance“, „Druck“ und „Prince Charming“ nach innen wie nach außen unseren Beitrag dazu leisten.

Und trotzdem: in einer Studie des Deutschen Jugend-Instituts von 2015 (sic!) gaben rund die Hälfte (sic!) der jungen LSBT*Q-Befragten an, dass sie in der Außenwelt wie auch in der Familie Diskriminierung erfahren haben. Es gibt weitere Studien, die auf signifikant höhere Raten von psychischen Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, und auf eine höhere Suizidalität von LSBT*Q Jugendlichen hinweisen. Die Suizid-Rate bei schwul-lesbischen bzw. trans*-Jugendlichen ist 3,5 bzw. 6x höher.

Ich finde, darüber müssen wir sprechen und überlegen, was wir tun können, mit positiven und lebensbejahenden Beispielen in unserer Arbeit und privat immer wieder neu zu zeigen: So wie Du bist, bist Du wunderbar und – verlass Dich drauf, es wird besser (www.itgetsbetter.org).

Oliver Vogel

Chief Creative Officer Bavaria Fiction

Gerade wir als Filmschaffende sind in der Pflicht, die gesellschaftliche Vielfalt in unseren Produktionen darzustellen. Wir können Diskriminierung aktiv entgegenwirken, in dem wir vielfältige Lebensentwürfe in unseren Filmen und Serien erzählen und Minderheiten eine Stimme geben.

Denn Geschlechtszugehörigkeit, Ethnie, Alter, sexuelle Orientierung, Religionszugehörigkeit oder Behinderungen sind kein Maßstab, um einen Menschen in seinem Charakter und in seinen Fähigkeiten zu beurteilen und im Alltag zu benachteiligen. Daher geht Diversity uns alle an und ist viel mehr als ein simples Modewort der Stunde.

Gemeinsam sind wir alle aufgerufen, uns für Chancengleichheit stark zu machen und uns für eine moderne Gesellschaft einzusetzen, in der Vielfalt gelebt wird. In der Bavaria Film Gruppe sind Ehrlichkeit, Integrität, Respekt und Fairness im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen sowie Geschäftspartnerinnen und -partnern sowie innerhalb von Produktionsteams selbstverständlich.

Annette Kümmel

Chief Sustainability Officer ProSiebenSat.1 Media SE

Gesellschaftliches Engagement und Nachhaltigkeit sind Teil unserer Unternehmensstrategie. Wir bei ProSiebenSat.1 verstehen uns als weit mehr als ein Wirtschaftsunternehmen. Mit unseren TV-Sendern und digitalen Plattformen erreichen wir tagtäglich viele Millionen Zuschauer und Nutzer, was ein großes Privileg und eine besondere Verantwortung zugleich ist.

Wir wollen mit unserem Konzern inklusiv, nachhaltig, umwelt- und sozialverträglich wirtschaften und als Medienhaus eine weltoffene, demokratische, diverse Gesellschaft nicht nur darstellen, sondern befördern. Eine Gesellschaft, die von Offenheit und Respekt geprägt ist und niemanden ausgrenzt.

Wir schätzen die Vielfalt, die unsere Mitarbeiter an individuellen Eigenschaften, Talenten und Fähigkeiten in das Unternehmen einbringen. Programmlich setzen wir klare Akzente, sei es mit „Queen of Drags“ oder anderen Formaten. Dass wir noch besser werden können, wissen wir und daran arbeiten wir. Deshalb ist uns auch der gesellschaftspolitische Diskurs wichtig, möchten wir Impulse setzen und unseren eigenen Blickwinkel erweitern. Lasst es uns zusammen anpacken.

Julia Reuter

Geschäftsführerin Strategie, Personal & Kultur Mediengruppe RTL Deutschland

Bei der Mediengruppe RTL leben wir von der Kreativität und Innovationskraft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese kann sich nur voll und ganz entfalten, wenn sich jede/r bei uns wohl fühlt und wertgeschätzt wird – so wie er/sie ist, mit den ganz persönlichen Stärken und Interessen. Erfolg ist für uns daher untrennbar damit verbunden, unsere Kolleginnen und Kollegen zu fördern und ihnen Raum zu geben, sich zu entfalten.

Was auf den ersten Blick selbstverständlich scheint, ist in vielen Bereichen tatsächlich noch ausbaufähig. Die üblichen, offenkundigen Diversitäts-Merkmale wie Geschlecht, Sexualität usw. stehen seit Jahren im Fokus unseres Unternehmens, sowohl intern als auch audiovisuell. Dennoch spielen für uns als Mediengruppe RTL noch viele weitere Faktoren, wie z.B. Familienstand, Managementstatus und Aufgabenbereich aller Mitarbeitenden eine große Rolle.

Je breiter wir das gesamte Bild unserer Belegschaft berücksichtigen, desto besser können wir in der Zusammensetzung der Teams agieren und so die bestmöglichen Ergebnisse erzielen. Ich freue mich darauf, auf dem Diversity-Gipfel neue Ideen und Inspirationen zu teilen, um gemeinsam dieses wichtige Thema voranzutreiben.

Deutsches Fernsehen:
So vielfältig wie sein Publikum?

23. März 2020 - Sport & Olympiamuseum, Köln

Diversity Gipfel - Das Mission Statement

Mit großer Reichweite geht die Verantwortung für Sendungsbewusstsein einher und kein Medium unterhält und informiert auch 2020 täglich so viele Menschen wie das Fernsehen, ob linear oder auf Abruf. Es prägt die Sicht auf unsere Welt und spiegelt uns das Leben wie sonst kaum ein Medium, ob nun mit fiktionalen oder non- fiktionalen Programmen. Aber was sehen wir und wer erzählt es? Spiegelt das Fernsehen die Vielfalt des Publikums in so vielerlei Dimensionen?

Der Diversity-Gipfel 2020 in Köln ist natürlich weder Anfang noch Ende einer wichtigen Debatte um Vielfalt im Fernsehen - vor und hinter den Kulissen. Wir begrüßen alle Initiativen zu dem Thema, die schon früher dran waren oder noch folgen werden. Der Gipfel in Köln ist ein weiterer Beitrag zum wichtigen gesellschaftlichen Diskurs, in diesem Fall privatwirtschaftlich getragen von Sendern und Produktionsfirmen nach einer Idee von UFA-CEO Nico Hofmann und DWDL.de-Chefredakteur Thomas Lückerath.

Die Veranstaltung widmet sich in seinem Programm der Vielfalt in mehreren Dimensionen: Es geht um Sichtbarkeit und Gleichberechtigung in Bezug auf Behinderung, sexuelle Orientierung und Identität, kulturellen Hintergrund und Geschlecht heute. Führende HR-Experten diskutieren darüber hinaus die Herausforderungen in der Personalpolitik für mehr Diversität morgen. Ein Tag geprägt von persönlichen Erfahrungsberichten, pointierten Impulsvorträge und ehrlichen Diskussionen.

Hinter dem Diversity Gipfel 2020 stehen neben UFA und DWDL.de, die Mediengruppe RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 sowie Bavaria Fiction und Bavaria Film mit Unterstützung von ITV Studios Germany und Seapoint Productions sowie der Film- und Medienstiftung NRW. Gemeinsam für mehr Diversität - mit kritischem Blick auf die eigene Branche und der Bereitschaft zu lernen und zu verändern. Bei einem so komplexen Thema kann es am 23. März weniger um abschließende Antworten als die richtigen Fragen gehen.

Wir laden die Branche ein zum Diskurs, wollen erörtern was getan werden muss und wie es umsetzbar ist - vor und hinter der Kamera. Wir wissen: Diversität hat noch weitaus mehr Aspekte als die, die in diesem ersten Diversity Gipfel thematisiert werden. Wir bleiben offen für Anregungen zur Fortsetzung und Erweiterung der angestoßenen Themen. Wir glauben, dass der Wunsch auf Anhieb schon perfekt sein zu wollen, mitunter den Elan bremst, es tatsächlich anzupacken. Aber genau das wollen wir tun.

Am 23. März und darüber hinaus.

Weiter lesen

Das sagen die Initiatoren und Partner*innen

Das Programm des Diversity Gipfel

  • 10:00 Begrüßung / Vorworte
  • 10:30 (Dis)abilities
    Zwischen Klischee und Normalität:
    Welche Rolle(n) spielen Menschen mit Behinderung?
    Panel:
    Wolfgang Janssen Agentur Rollenfang
    Nina Klink Seapoint Productions
    Christine Urspruch "Tatort Münster"
    Luisa Wöllisch "Goldfisch"
  • 11:30 LGBTIQ*
    Wie queer ist das Fernsehen?
    Zwischen fiktionaler Präsenz und realen Vorbildern
    Impulsvortrag:
    Dr. Claudia Krell Deutsches Jugendinstitut
    Panel:
    Katja Bäuerle UFA

    Christiane Heinemann RedSeven Entertainment

    Jochen Schropp Sat.1 Frühstücksfernsehen
  • 12:30 Mittagspause
  • 13:30 Ethnische Herkunft und Religion
    Spiegelt sich die Interkulturalität der Gesellschaft in den Medien wider?
    Panel:
    Nazan Eckes "Extra"
    Mirna Funk "Jüdisch heute"
    Malcolm Ohanwe "Kanackische Welle"
    Tyron Ricketts Panthertainment
  • 14:30 Gendergerechtigkeit
    Nach der MaLisa-Studie:
    Wie führt Erkenntnis jetzt auch zu Veränderung?
    Impulsvortrag:
    Prof. Dr. Elizabeth Prommer Universität Rostock
    Panel:
    Maria Furtwängler MaLisa Stiftung

    Christiane Ruff ITV Studios Germany

    Sascha Schwingel VOX
  • 15:30 Kaffeepause
  • 16:00 Diversity in HR
    Reale Hürden:
    Moderne Personalpolitik zwischen Qualifikation und Quoten
    Impulsvortrag:
    Kai S. Pieck QMS
    Panel:
    Markus Klimmer Unternehmensberater
    Julia Reuter Mediengruppe RTL
    Gernot Sendowski Charta der Vielfalt e.V.
    Oliver Vogel Bavaria Fiction
  • 17:15 Networking

Alle Neuigkeiten zum Gipfel und dem Programm finden Sie in den kommenden Wochen auch auf unseren Kanälen in den sozialen Netzwerken und unter dem Hashtag #diversitygipfel.

Die Anmeldung

Ticketanfragen für den Diversity Gipfel 2020 sind ab sofort möglich.
Bitte beachten Sie, dass wir nur ein begrenztes Kontingent zur Verfügung stellen können.

Ohne Buchungsbestätigung kann KEIN Einlass am Veranstaltungstag gewährt werden! zur Anmeldung


Die Veranstaltung ist barrierefrei und wird von Gebärdensprachdolmetschern begleitet.